Das sagen die Profis

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Wenn Mutter und Vater unterschiedliche Meinungen haben

Das klassische Beispiel: Das Kind verbringt viel Zeit online, die Mutter macht sich Sorgen, der Vater ist überzeugt, dass alles ok ist. Wie geht man mit dieser Konfliktsituation um? Welche Auswirkungen hat sie für das pubertierende Kind?

Es kommt vor, dass sich Mutter und Vater bzw. die Erziehungsberechtigten über die Medienerziehung ihrer Kinder nicht einig sind; unabhängig davon, ob sie als Familie zusammenleben oder nicht.

Unterschiedliche Meinungen...

Zum Beispiel ist die Mutter der Meinung, dass der Sohn zu viel Zeit vor dem Computer verbringt. Der Vater hingegen findet alles nicht so tragisch und meint, er hätte als Kind auch solche Phasen gehabt.

Ob nun in Ihrer Familie wirklich ein Problem besteht, wissen wir nicht.

Vielleicht sind die Sorgen übertrieben: Das Kind nutzt zwar intensiv die Online-Angebote, dennoch hat dies keine negativen Auswirkungen auf seine Entwicklung. Vielleicht sind die Sorgen aber berechtigt, weil sich das Kind auf dem Weg in eine Onlinesucht befindet.

...die, die Situation verschlimmern

In einer solchen Situation müssen nicht, aber können unterschiedliche Meinungen seitens Eltern eine Situation verschlimmern.

Dies ist vor allem der Fall, wenn das Kind die unterschiedlichen Positionen der Eltern gegeneinander ausspielt, um zu erreichen, was es will. Oder auch wenn das Kind Schwierigkeiten hat, sich zu orientieren, weil die Eltern widersprüchliche Botschaften senden.

Man kann sich das bildhaft so vorstellen: Wenn Eltern widersprüchliche Botschaften senden und keine Haltung geben, kann der Boden unter den Füssen des Jugendlichen wackeln. Wenn er nun fällt und sich nirgendwo festhalten kann, steigt das Risiko, dass er in eine Onlinesucht rutscht; das Risiko besteht vor allem dann, wenn seine Mediennutzung besorgniserregend ist.

Eine gemeinsame Strategie

Wenn Sie unterschiedlicher Meinung betreffend Medienerziehung Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Beobachtungen mit einer Fachperson zu besprechen.

Sie kann nach Beschreibung der Situation Entwarnung geben oder auf mögliche Risiken aufmerksam machen.

Wichtig ist es, dass Sie am Ende der Diskussion eine Strategie haben, die verhindert, dass Sie sich gegenseitig boykottieren.

Verweigerung jeder Kooperation

Besonders schwierig wird es für die Mutter oder für den Vater, wenn die andere erwachsene Person jede Kooperation verweigert und an der eigenen Position starr und stur festhält. Das sind auch die Eltern, die eine Fachkonsultation ablehnen und keinen Millimeter von ihrem Kurs abweichen.

Falls Sie mit einer solchen Schwierigkeit konfrontiert sind, schauen Sie, ob Sie woanders Unterstützung bekommen, z.B. von anderen Familienmitgliedern, von einem religiösen Vertreter, von Freundinnen und Freunden und/oder von einer Fachperson. Denn ganz allein mit Onlinesucht fertig zu werden, ist richtiggehend überfordernd.

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Autor/-in
Isabel Willemse

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